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So wirken sich Diäten auf die Zahngesundheit aus

Diäten sind nicht grundsätzlich schlecht für die Zahngesundheit, wenn man einige Dinge im Blick behält.

Foto: Oleksandra Naumenko

Gerade zur Sommer- und Badezeit streben viele Menschen einen schlankeren Körper an. Statt auf langfristige Erfolge durch Ernährungsumstellung und mehr Bewegung zu setzen, testen sie Diäten oder Diätprodukte aus, die schnellen Erfolg versprechen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn nicht alle
Diäten haben gesunde Auswirkungen auf Körper und Zahngesundheit. Gelbliche Verfärbungen an den Zähnen, Karies und Mundgeruch können Folgen von einseitiger Ernährung sein.

Saftkuren
Säfte können etwa den Zahnschmelz angreifen und für Verfärbungen sorgen. Kaltgepresste Säfte aus Früchten und Gemüse haben zwar viele Vitamine und wenig Kalorien, dennoch ist eine Saftkur nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Das Risiko für die Zähne besteht in dem hohen Säuregehalt und dem Fruchtzucker. Beides greift den Zahnschmelz an. Deshalb ist es besonders wichtig, fluoridhaltige Zahnpasta und Gelee zu verwenden, die den Zahnschmelz stärken und remineralisieren.

Radikal-Diät
Radikal-Diäten wie Detox-Saftkuren zeichnen sich durch eine sehr geringe Kalorienaufnahme aus und sind deshalb bei vielen Abnehmwilligen beliebt. Der bei jeder Mahlzeit stark schwankende Blutzuckerspiegel kann sich negativ auf die Kollagen-Produktion des Körpers auswirken. Da Kollagenfasern mit dafür verantwortlich sind, dass Zähne fest im Zahnfleisch sitzen, kann sich das Gebiss durch eine Radikal-Diät lockern. Im schlimmsten Fall führt dies zu Zahnausfall.

Ketogene Ernährung
Bei der ketogenen Ernährung entzieht man dem Körper die Kohlenhydrate und führt ihm stattdessen Fette, Proteine und kohlenhydratarme Lebensmittel zu. Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Avocado, Nüsse und dunkle Schokolade sind typische Lebensmittel der ketogenen Ernährung. Verboten sind Süßigkeiten, verschiedene Obstsorten, Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Brot. Setzt man die Keto-Diät richtig um, dann tut man sowohl Zähnen als auch Zahnfleisch Gutes. Denn mit einer zuckerfreien und kohlenhydratarmen Ernährung kann man Karies und Gingivitis vorbeugen. Da der Körper durch übermäßigen Protein-Konsum übersäuern kann, kann sich dies im Atem bemerkbar machen und zu Mundgeruch führen.

Gut zu wissen:

Nüsse, Samen, Trockenobst
Ein weiteres Risiko für die Zahngesundheit stellen Nüsse, Samen und Trockenobst dar, die Bestandteil verschiedener Diäten sind. Ihre klebrigen Reste verbleiben nach dem Kauen noch lange in den Zahnzwischenräumen. Das Problem ist, dass Speisereste der Nährboden für Bakterien sind. Eine gründliche Zahnpflege ist also auch nach Diät-Mahlzeiten wichtig. Das gilt auch bei Diäten wie der ketogenen Ernährung. Egal wie gesund die Lebensmittel sind, die man zu sich nimmt, Speisereste im Mund stellen immer ein Risiko für die Mund- und Zahngesundheit dar

Das rät die Verbraucherzentrale Hessen:

Dubiose Schlankheitsmittel erkennen Sie an Versprechen wie

– keine Diät und kein Sport erforderlich
– unglaubliche Abnehmerfolge in kürzester Zeit
– Wirkungen, die Körperfunktionen über das normale Maß hinaus verbessern oder steigern sollen
– Vorsicht ist auch geboten, wenn genauere Informationen fehlen zu Inhaltsstoffen des Produktes, Anbieteradresse, Impressum, Lieferbedingungen, Widerrufsrecht

– Außerdem ist Misstrauen angebracht, wenn der Firmensitz außerhalb der Europäischen Union ist

– Seien Sie kritisch und denken Sie daran: Wundermittel gibt es nicht. Abnehmen gelingt nur mit Veränderungen beim Ess- und Trinkverhalten und mit
mehr Bewegung

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