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Bambus, Plastik oder elektrisch?

Die perfekte Zahnbürste soll gründlich putzen und ökologisch sein. Geht das überhaupt? Ein Vergleich.

Die Umweltbilanz von Alltagsgegenständen wird immer wichtiger. Während früher die Wirksamkeit und der Preis ausschlaggebend für die Kaufentscheidung bei Zahnbürsten waren, kommen heute die Auswirkungen auf die Umwelt hinzu. Dabei ist es oft sehr schwierig zu erkennen, ob die positive Ökobilanz tatsächlich einer genaueren Prüfung standhält.

Der Trend: Holz- und Bambuszahnbürsten


Auf den ersten Blick scheinen Holz- und Bambuszahnbürsten ökologisch zu sein. Ihre Griffe sind aus einem nachwachsenden, natürlichen Rohstoff, die Verpackung der Ökozahnbürsten ist häufig aus Papier oder Karton. Allerdings kommt Bambus aus China und hat deswegen einen langen Transportweg hinter sich. Die Borsten aus Tierhaaren sind zwar recyclebar, aber nicht hygienisch. Sie sind immer porös, in den Zwischenräumen sammeln sich Bakterien. Deshalb empfehlen Zahnärzte, nur Borsten aus Rizinusöl oder Nylon zu verwenden. Das führt aber wiederum dazu, dass die Zahnbürste nicht recyclebar ist. Zudem muss die Bambus- oder Holzzahnbürste immer sehr sorgfältig trocknen, um eine Keimentwicklung (auch am Griff) zu vermeiden.

Die Alternative: Plastikzahnbürsten

Bildquelle: Pixel-Shot/Adobe Stock

Auf den ersten Blick ökologisch bedenklich halten sie doch bei genauerer Prüfung jedem Vergleich mit den vermeintlichen Öko-Konkurrenten stand: die Plastikzahnbürsten. Zumindest dann, wenn sie einen austauschbaren Kopf haben oder aus recyceltem Plastik bestehen. Interessant ist hierbei – abgesehen vom Umweltaspekt – das Ergebnis einer aktuellen Studie. Hier wurde das Zusammenspiel zwischen der Anordnung der Büschel (gekreuzt oder parallel) und der Härte der Borsten (weich gegen mittel) in Bezug auf den Dentinverschleiß untersucht. Das Ergebnis: Die gekreuzte Büschelanordnung gewährleistet eine möglichst schonende Zahnreinigung, während der Härtegrad der Zahnbürste nur einen verschwindend geringen Einfluss hat. Wer seine Zähne also umweltfreundlich und schonend reinigen will, greift zu recycelten Zahnbürsten mit Wechselkopf und gekreuzten Borsten.

Das Schlusslicht: die elektrische Zahnbürste

Beste Reinigungsleistung – schlechteste Ökobilanz. Und wer ist schuld? Der Akku. Die Akkus von elektrischen Zahnbürsten enthalten seltene Erden, Edelmetalle und sind kontinuierliche Stromverbraucher. Leider ist auch die Lebensdauer der Akkus nicht besonders hoch, zumindest werden sie nicht lang genug genutzt, sodass man sie klimaneutral nennen könnte. Selbst Zahnbürsten, die eine Akkulaufzeit von bis zu 6 Wochen haben, aus recyceltem Plastik hergestellt sind, und deren Aufsteckbürsten aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, verursachen Probleme bei der Entsorgung. Studien weisen allerdings darauf hin, dass elektrische Zahnbürsten gründlicher putzen als Handzahnbürsten.

Die Lösung: Gründlichkeit siegt

Eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Putzleistung spielt das persönliche Empfinden, das besagt, dass die Reinigung mit der elektrischen Zahnbürste einfacher ist. Der kleinere Bürstenkopf und der eingebaute Timer sind für viele Menschen wichtige Hilfsmittel. Also gilt: Wer gründlich, mit der richtigen Technik und mit der richtigen Handzahnbürste arbeitet, sorgt sowohl für ein strahlendes Lächeln mit gesunden Zähnen als auch für eine positive Ökobilanz.

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